Deutsche Spuren entlang der Donau - reisen, begegnen, erleben
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Die Stadt Zrenjanin (deutsch Großbetschkerek, ungarisch Nagybecskerek) mit ihren ca. 76.000 Einwohnern gehört neben Kikinda, Pančevo und Vršac zu den bedeutendsten Städten im serbischen Banat. Die Stadt hatte auch im Serbischen mehrere Namen. Bis 1934 hieß sie Bečkerek, bis 1944 Petrovgrad (nach dem Thronfolger Petar Karađorđević). Seit 1944 heißt die Stadt nun Zrenjanin, nach dem Volkshelden Žarko Zrenjanin.

Der Name Becskerek wird in den schriftlichen Aufzeichnungen zum ersten Mal im Jahre 1326 erwähnt. Die Siedlung entstand an den Ufern des Flusses Bega, der in seinen Krümmungen Moore und Feuchtgebiete bildet und zwischen denen sich kleine Inseln und Halbinseln befanden. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird Betschkerek schon als Kleinstadt genannt. 1551 eroberten die Osmanen das Städtchen. 

Nach der Befreiung von den Türken wurde die von Serben bewohnte Stadt wie auch das gesamte Banat direkt von Wien aus verwaltet. 1769 erhielt Großbetschkerek den Status einer freien Handelsstadt und ab 1778 gehörte sie zum ungarischen Komitatssystem. 

Wegen der geringen Bevölkerungsdichte im Banat führt der Wiener Hof eine organisierte Kolonisierung dieser Gebiete durch, so dass sich neben einer größeren Gruppe von Deutschen in einem Teil der Stadt auch Spanier ansiedelten. Sie nannten Großbetschkerek „Neu-Barcelona“. Die Ansiedlung der Deutschen begann bereits 1724, doch viele starben wegen des ungesunden Klima. Das gleiche Schicksal traf auch die angesiedelten Spanier. Erst in den 1780er Jahren kam es zu einer dauerhaft erfolgreichen Kolonisation. 

Im Zeitraum des Absolutismus entwickelt sich Großbetschkerek zu einem Handels- und Handwerkszentrum des Mittleren Banats. Die Einwohner der Stadt – Serben, Deutsche, Ungarn und Juden – betrieben erfolgreich Handel und Handwerk. Es wurden Mühlen und Ölmühlen gebaut, und im Jahre 1745 gründete Sebastian Krazeisen die erste Bierbrauerei. 1807 wurde die Stadt von einem großen Brand erfasst, bei dem neben den Gebäuden auch die schriftlichen Aufzeichnungen über die Geschichte von Großbetschkerek zerstört wurden. 

Auch das Komitatsgebäude (heute Rathaus, Trg Slobode 10.) musste neu errichtet werden. Das barocke Gebäude wurde 1820 nach den Plänen des Architekten Josef Fischer errichtet. 1885-87 wurde es nach Plänen von Gyula Pártos und dem berühmten Jugendstil-Architekten Ödön Lechner im neobarocken Stil umgebaut. Während der Bauarbeiten kamen Reste der um 1711 abgerissenen Burg zum Vorschein.

Dank der urbanen und kulturellen Entwicklung der Stadt wurden im 19. Jahrhundert weitere große Gebäude errichtet, wie etwa das Theater und das Kasino. Die erste Druckerei der Stadt gründete 1845 der aus Regensburg stammende Franz Paul Pleitz, der zu einem der bedeutendsten Verleger dieser Region wurde. 

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Großbetschkerek Teil Jugoslawiens. Heute gehört die Stadt zu Serbien.


Die Fußgängerzone mit Cafés.



Brücke über den Bega-Kanal.



Die katholische Kirche mit dem Rathaus.